St. Laurentius Bergstetten

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Die um das Jahr 1200 erbaute Kirche ist ein romanischer Bau von strenger Einfachheit, ohne den in der Zeit romanischer Baukunst üblichen Schmuck und ohne Ornamentik. Die Bauzeit fällt wahrscheinlich in den Beginn der Gotik, wie man aus der gotischen Eingangstüre und dem schmalen gotischen Fenster in der Apsis schließen könnte. Die halbrunde Apsis (Altarnische) trägt eine Halbkuppel mit Stichkappen. Der hölzerne Glockenturm (Dachreiter genannt) überragt die Westseite. Die an der Nordseite der Kirche ursprünglich angebaute Sakristei wurde 1974 entfernt, gemäß einer Auflage des Landesamtes für Denkmalpflege.

Die größere der beiden Glocken wurde während des Zweiten Weltkrieges vom Turm entfernt und nach dem Kriege durch eine neue Glocke ersetzt. Die kleinere Glocke stammt aus dem Jahre 1520, hat eine Höhe von 40 cm und einen Durchmesser von 49 cm. Sie trägt die Umschrift

 “osanna filio . dauid . benedictus . qvi . venit . in . noie . 1520”

(noie = nomine, sc.domini). 

Übersetzung aus dem lat.:
“Hosanna dem Sohn Davids. Hochgelobt sei der da kommt im Namen des Herrn.”

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Das Deckenfresko aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zeigt die Krönung Mariens

Grabstein des Wolfgang Michael Drechsel von Treuffstetten und Bergstetten.

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1691 - Michael von Drechsel, Bayerischer Hauptmann, mit seiner Ehefrau Johanna, geb. Berlin zu Trogenhofen. Er stammt aus einer Adelsfamilie, die im Pfalzneuburgischen Herzogtum hohe Posten bekleidete. So wird ein Walter von Drechsel auf Untertiefstätten als Pfalzneuburgischer Hofkanzler und Visitator der Schule in Lauingen 1587 und Dr. Johann Drechsel als Kanzler zu Neuburg 1615 genannt. Michael von Drechsel kam durch Kauf in den Besitz der Hofmark Bergstetten. Er brachte es zum kurfürstlich bayerischen Obristen im Regiment des Feldmarschalleutnants Baron Spiller. Im Alter von 50 Jahren verstarb er am 30. Mai 1712.

Im Inneren der Kirche beeindruckt an der Epistelseite
die Statue des hl. Nepomuk.

Johannes Nepomuk ist der Schutzpatron Böhmens und wurde 1720 heilig gesprochen. Auf dem Haupt trägt er einen Sternenkranz. Jeder der fünf Sterne gilt als Buchstabe des lat. Wortes - tacui - (ich habe geschwiegen).

Zur Lebensgeschichte: Trotz Folterungen mit brennenden Pechfackeln hat er das Beichtgeheimnis der Königin Böhmens nicht preisgegeben, das König Wenzel in Prag von ihm erpressen wollte. Im Jahre 1393 wurde er auf Befehl König Wenzels in der Moldau ertränkt.

Johannes Nepomuk gilt als Brückenheiliger und Schirmherr vor Wassergefahr (meist trägt er auf den Schultern eine Darstellung der Prager Karlsbrücke, dem Ort seines Märtyrertodes).

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Innenansicht der Filialkirche St. Laurentius in Bergstetten

Im Jahre 1599 wurde die baufällige Kirche restauriert, wie ein Kostenvoranschlag aus der Zeit beweist. Weitere uns bekannte Renovierungen erfolgten in den Jahren 1908 und 1959 (Innenrenovierung).

Im Jahre 1974 erfolgte eine Außenrenovierung mit dem Turm, die zu einem erheblichen Teil durch die Bewohner von Bergstetten und Hinterzhof ausgeführt wurden.

Der Friedhof wurde im Jahre 1976 planiert und neu angelegt.

Eine weitere Renovierung fand 1983/84 statt.

Die letzte Sanierung unserer Filialkirche St. Laurentius erfolgte in den Jahren 2006 bis 2008. Die Kirche wurde einer grundlegenden Außen- und Innensanierung unterzogen. Zusätzlich erhielt unsere Filialkirche eine neue Raumbeleuchtung. Jetzt erstrahlt die Kirche in wunderschönem Glanz.

Das Patrozinium wird am 10. August gefeiert

Textauszüge aus der Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Bergstetten von 1979